Ingemar Svantesson: Mind Mapping und Gedächtnistraining

Mind Mapping und Gedächtnistraining. Übersichtlich strukturieren, kreativ arbeiten, sich mehr merken“ – von Ingemar Svantesson – Berlin: Gabel Verlag, 1995 – 142 S. – ISBN: 978 – 3897491984  – 20,90 €

Welche geistigen Fähigkeiten sind im Informationszeitalter gefragt? Durch das Informationszeitalter werden wir mit einem Überschuss an Informationen konfrontiert. Um mit dieser Situation besser umzugehen, gilt es die richtige Methode im Umgang mit Informationen anzuwenden. Eine solche Methode stellt das Mind Mapping dar.

In dem Buch „Mind Mapping und Gedächtnistraining“ von Ingemar Svantesson werden Sie schrittweise mit dieser Methode vertraut gemacht. Sie kennen die folgenden Situationen aus Ihrem Alltag wahrscheinlich nur zu gut: Sie sitzen in einem Meeting und machen sich Notizen. Sie sitzen in einem Vortrag und machen sich Notizen. Sie wollen sich weiterbilden, haben aber kaum Zeit dazu, sich durch die dicken Wälzer oder Datensammlungen auf Ihrem Rechner durchzuarbeiten. Sie suchen nach einer Methode, die es Ihnen ermöglicht, solche Situationen besser zu meistern: Weniger Notizen und Einträge, mehr Übersicht und Struktur.

Worauf es beim Mind Mapping ankommt

Ich gebe Ihnen nun eine Instruktion. Klicken Sie jetzt auf das Foto unter der Überschrift: „Ingemar Svantesson: Mind Mapping und Gedächtnistraining“. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und überlegen Sie sich einmal genauer, um welche Zusammenhänge es in diesem Bild geht: Auf dem Foto ist eine Mind Map zum Mind Mapping zu sehen, die von Ingemar Svantesson erstellt worden ist. Ich werde Ihnen gleich verraten, wie Sie ein ganzes Buch bzw. eine umfangreiche Datensammlung mit dieser Methode auf einer Seite zusammenfassen können, und welche Arbeitsschritte dafür erforderlich sind.

Svantesson arbeitete als Lehrer in allen möglichen Bereichen des Schulsystems. Seit 1983 fing er damit an, Seminare als Trainer zu leiten, in denen es um die Theorie und praktische Anwendung der Mind Mapping-Methode geht. Früher, so erzählt er in diesem wunderbaren Buch, brauchte er relativ viel Zeit, um sich auf seine Seminare vorzubereiten. Die tagelange Vorbereitung konnte schließlich nach einigen Jahren durch das Mind Mapping auf ein paar Stunden reduziert werden. Das ist doch verblüffend, oder finden Sie etwa nicht?

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So ähnlich verhält es sich auch mit der Zusammenfassung von Büchern und umfangreichen Datensammlungen. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, wie mühselig es sein kann, Notizen durchzuarbeiten, die man sich zu einem Buch gemacht hat. Sie haben Zettel gesammelt, sich bestimmte wichtige Stellen notiert und einige Zusammenfassungen von einzelnen Kapiteln erstellt.

Aber irgendwie steht der Mehraufwand bei diesen Techniken in keinem Verhältnis zum Ertrag: Einige Details haben Sie bereits vergessen, wichtige Gedanken und Zusammenhänge sind Ihnen bei der erneuten Durchsicht Ihrer Notizen nicht mehr klar und zahlreiche Ideen bereits verloren gegangen. Die Mind Map, welches Sie gerade betrachtet haben, stellt dagegen auf einer Seite den gesamten Inhalt des Buches von Ingemar Svantesson dar: „Mind Mapping und Gedächtnistraining“.

Es geht im Wesentlichen um vier Schlüsselbegriffe, die ausgehend von dem Buch von Svantesson, die Ankerpunkte zu allen anderen Assoziationen darstellen:

1. Notieren

Grundlegende Fakten werden selektiert und anhand von Schlüsselwörtern zusammengefasst. Auf diese Art brauchen Sie in Zukunft nicht mehr so viel mitzuschreiben. Komplexe Inhalte werden stattdessen auf wenige Schlüsselwörter reduziert. Diese Technik hat außerdem den Vorteil, dass Sie sich besser auf Inhalte konzentrieren können und nicht mehr durch das permanente Mitschreiben davon abgelenkt werden.

„Gewöhnliches Notieren“ ist also alles andere als effizient! zu viel Notizen, häufiges Durcheinander, kein Überblick usw.

2. Gehirn

Unser Gehirn befindet sich permanent in einer Schlacht zwischen den beiden Gehirnhälften, wenn es um die Generierung von neuen Ideen geht. Svantesson verweist in diesem Zusammenhang auf den finnischen Gehirnforscher Matti Bergström, der sich ausgiebig mit der Frage beschäftigt hat, wie unser Gehirn Ideen schafft.

Er schreibt:

„Auf diesen `Schlachtfeld´, des unaufhörlichen Kampfes zwischen den beiden Polen in Ihrem Gehirn, gibt es eine Menge Opfer. Komplexe Informationsstrukturen (`Wissen´) werden von chaotischen Reizen des Gehirnstamms bombardiert und zerschmettert. Es werden `Umwandlungen´ in den Gedankenstrukturen auftreten, z. B. total neue Strukturen, unerwartete, unvorhersehbare Ideen werden geformt. In unserer Alltagssprache nennen wir sie `Geistesblitze´.“

Entscheidend bei der Methode des Mind Mapping ist es, dass Sie sowohl Ihre linke als auch Ihre rechte Gehirnhälfte nutzen, was nebenbei dazu beiträgt, dass Sie permanent Ihr Gedächtnis trainieren und sich Inhalte wesentlich einfacher und dauerhafter einprägen können.

Und ganz wesentlich: Bei Veränderungsprozessen, also immer dann, wenn Sie neue Ideen und Einfälle haben, können Sie diese durch die Mind Map-Methode permanent ergänzen und aktualisieren! Das ist der große Vorteil gegenüber einer linearen Verknüpfungslogik: Eine Mind Map repräsentiert nämlich eine offene, nicht-lineare Vernetzungsstruktur in Ansätzen vergleichbar mit dem Internet.

3. Mind Mapping

Sie fragen sich wahrscheinlich schon länger, was man beim Anlegen einer Mind Map zu beachten hat. Es gibt dabei tatsächlich einige Aspekte, die Sie beachten sollten. Bevor wir uns endlich der Frage zuwenden, wie Sie mittels einer Mind Map ein ganzes Buch oder umfangreiche Datensammlungen gehirngerecht zusammenfassen können, geht es erst einmal um die Grundregeln.

Ein paar Tipps vorab:

  • Sollten Sie keine digitale Mind Map anlegen, empfehle ich Ihnen das Benutzen von Blanko-Papier
  • Legen Sie das Blatt quer (das erhöht die Aufmerksamkeit)
  • Beginnen Sie mit Ihrer Mind Map immer in der Mitte
  • Optimal ist es, wenn Sie sich bereits vorher überlegen, was Ihr zentrales Thema ist und die dazugehörigen Kategorien
  • Entscheiden Sie sich für eine Technik: Heugabel oder Fischgräte?
  • Nutzen Sie mehrere Farben und zeichnen Sie Bilder und Symbole zur Verknüpfung mit ein: Ihr Gehirn wird sich bei Ihnen bedanken
  • Zudem steigert dieser kreative Prozess Ihre Motivation und zwar in der Ausbildung von weiteren wertvollen Wissensnetzen!

Hier der Link zu den Regeln mit einer genauen Beschreibung der erforderlichen Arbeitsschritte: http://www.creaffective.de/blog/archives/19-01-2007.html.

4. Gedächtnis

Entscheidend ist, dass wir uns normalerweise nicht in Wörtern, sondern in Bildern, in inneren Bildern, erinnern. Diese werden erst in einem späteren Stadium zu Wörtern.

Svantesson unterscheidet dabei im Wesentlichen drei Gedächtnisformen:

  • den sensomotorischen Speicher als erste Erinnerungschicht, wo die ersten Informationen aufgenommen werden, die wir durch die Sinne aufnehmen
  • das Kurzzeitgedächntis, welches für die zeitweise Abspeicherung von Informationen zuständig ist, wie beispielsweise das Merken einer Telefonnummer, die nur solange behalten wird, wie wir diese auch tatsächlich gebrauchen (in der Regel handelt es sich um Zeitspannen zwischen zwanzig Sekunden bis zu wenigen Minuten)
  • das Langzeitgedächtnis, das Information u. a. durch regelmäßiges Wiederholen und Training langfristig zugänglich macht

Mit den Schlüsselwörtern, die Sie als Ankerpunkte für Ihre Assoziationen setzen wenn Sie eine Mind Map zu einem bestimmten Thema anlegen, etwa zum Thema „Gesundheit“, aktivieren Sie die nötige Aufmerksamkeit für Ihr Gedächtnis. Die Schlüsselworter stellen quasi besondere Reize dar, die für die Aktivierung von großer Bedeutung sind.

Durch das regelmäßige Verfeinern und Aktualisieren einer bereits bestehenden Mind Map können Sie darüber hinaus Ihre Kapazität ausbauen: Komplexe Wissenszusammenhänge, die durch eine Mind Map sichtbar werden, werden auf diese Weise in vernetzter Form im Langzeitgedächtnis verankert.

Wie fasst man ein ganzes Buch durch eine Mind Map zusammen?

Nachdem Sie bereits die Grundregeln zum Mind Mapping besser kennengelernt haben, geht es nun darum, genauer zu definieren, wie Sie ein ganzes Buch auf nur einer Seite zusammenzufassen können auf nur einer Seite!

Das Beispiel repräsentiert den Texttyp der Chronologie. Existiert ein klarer Anfang und ein Ende, wie beispielsweise bei einer Biografie, einem historischen Sachbuch oder einem Prozess, so wäre in diesem Fall die einfachste Form einer Mind Map die Gestalt einer Uhr. Weitere Texttypen sind der Vergleich, die Schilderung, wenn Fakten ohne spezifische Ordnung dargelegt werden, oder Mischformen. Bei Mischformen sollten Sie sich dennoch für ein Hauptcharakteristikum entscheiden, welches darauf beruht, wie Sie den Text verstehen!

Die einzelnen erforderlichen Schritte im Überblick:

  • Verschaffen Sie sich einen ersten Überblick über das Buch, was Sie zusammenfassen wollen. Überfliegen Sie es in ein paar Minuten!
  • Schreiben Sie sich danach einige grundlegende Fragen auf
  • Schließen Sie durch Ihre Fragen bereits im Vorfeld alle Kapitel und Passagen aus, die Sie nicht interessieren
  • Überlegen Sie sich nun, welche Schlüsselwörter besonders wichtig sind, und wie sich daraus Haupt- und Subkategorien bilden lassen
  • Verfeinern Sie Ihre Mind Map mit weiteren Verzweigungen, Symbolen und Bildern
  • Wichtig: Überlegen Sie sich zuvor genau, welche innere Verknüpfungslogik sich anhand des Texttyps ableiten lässt, der in dem von Ihnen bearbeiteten Buch dominiert
  • Die meisten Texttypen können nach Svantesson in drei Kategorien aufgeteilt werden: Vergleiche, Chronologien und Schilderungen oder in Mischformen
  • Überarbeiten Sie Ihre Mind Map mehrfach und sorgen Sie dadurch für das Streichen von überflüssigen Wörtern und Verzweigungen
  • Sie werden mit der Zeit feststellen, dass Sie sich komplexe Wissensinhalte wesentlich besser merken können und dadurch wiederum zukünftig viel Zeit sparen!

Sie erinnern sich: Svantesson konnte durch die Methode des Mind Mapping seine Vorbereitungszeit für Seminare von einigen Tagen auf nur wenige Stunden reduzieren. Einen ähnlichen Effekt können Sie erzielen, wenn Sie diese Methode zukünftig auf die Auswertung und Systematisierung von Informationen anwenden, die Sie aus der Lektüre eines Buches gewonnen haben.

Text: Marcus Klug

Marcus Klug

Marcus Klug ist als Speaker und Future Work Coach unterwegs. ​Er unterstützt Menschen und Organisationen, im Übergang zum digitalen Zeitalter auf intelligentere Weise zu lernen und zu arbeiten. Dazu hat er auch zusammen mit Michael Lindner das Sachbuch „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ geschrieben, welches im März 2017 zum Buch des Monats erkoren wurde. Mehr Infos unter: www.marcusklug.de.

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