Mit Julia ins Reich der Gehirnforschung_Folge 1

Es hat einige Tage und Nächte gedauert, bis mir klar wurde, worin meine Frage bestehen könnte. Ich wollte mich nicht verzetteln. Denn meine Stärke liegt darin, logisch-rationales Denken durch assoziative Vorstellungen zu erweitern. Wie konnte ich also meiner Frage in einer persönlichen Recherchereise auf den Grund gehen und gleichzeitig auf eine Erzählform setzen, die analytische und erzählerische Passagen miteinander verbindet?

Der Berliner Philosophieprofessor Peter Bieri hat ein Buch verfasst, das genau in diese Kerbe schlägt. Das Buch trägt den Titel „Das Handwerk der Freiheit. Über die Entdeckung des eigenen Willens“. Bieri beschloss, eben „kein akademisches Buch“ zu schreiben, das „den Leser über die Schlachtfelder der Fachliteratur schleift“. Was bedeutet Freiheit? Die Reflexion dazu verweist bei Bieri auf eines der kniffligsten Probleme der Philosophie, an dem sich schon so geniale Köpfe wie Immanuel Kant abgearbeitet haben.

Nun habe ich keineswegs vor, ein derartiges Buch zu verfassen, noch mich mit Bieri zu vergleichen. Es geht stattdessen um eine Serie von Blog-Beiträgen, die sich mit der Frage beschäftigt, warum dem menschlichen Gehirn und seiner Leistungsfähigkeit ein so hoher Stellenwert beigemessen wird, und was es in diesem Zusammenhang mit dem Begriff der Optimierung auf sich hat. Optimierung? Ja richtig.

Optimierung ist ein Begriff, der häufig auch auftaucht, wenn von Veränderung und lebenslangem Lernen die Rede ist, eingedenk der Tatsache, dass dieser Begriff nicht immer offenkundig seine Präsenz verrät und sich zuweilen hinter anderen Begriffen, Themen und Gedanken verbirgt. Titel wie „Erhöhen Sie Ihre Lesegeschwindigkeit“ oder „Zeit sparen durch Zeitmanagement“ haben eindeutig etwas mit Optimierung zu tun, während der Begriff in der Erziehung von Kindern schon weniger offensichtlich ist: Kinder, die kaum noch Zeit zum Spielen haben und deren Terminkalender bis zum Anschlag gefüllt ist, von Freizeitstress durchdrungen, ohne dass man diese Kinder danach gefragt hätte, ob derartige Erziehungsmaßnahmen überhaupt Sinn machen.

Sicherlich ist gerade der Wunsch nach Verbesserung die Triebfeder für Kreativität, Innovation und Fortschritt. Auch Digitalistbesser vermittelt Ihnen ja u. a. wichtige Tipps und Ratschläge, wie Sie beispielsweise Ihren persönlichen Umgang mit Informationen effizienter gestalten können. Auf der anderen Seite hat das Streben nach Perfektion aber gerade in den vergangenen Jahren eine völlig neue Dimension erreicht, in der oft außer Acht gelassen wird, dass es neben Verbesserung und Optimierung bis hin zur Perfektion auch andere Werte gibt, die für mehr Gelassenheit, Kreativität und Selbstbestimmung stehen und die gerade heutzutage umso wichtiger sind!

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Was liegt also näher, als die Frage nach der Optimierung und dem lebenslangen Lernen auf grundlegende Erkenntnisse aus der Hirnforschung zu verlegen und diese kritisch zu hinterfragen? Mit Julia – einer jungen Journalistin und Künstlerin – bekommt dieses Rechercheabenteuer zudem einen passenden narrativen Charakter einverleibt, der es uns gestattet analytische und erzählerische Passagen miteinander zu kombinieren.

Text: Marcus Klug

Marcus Klug

Marcus Klug, geboren 1977, ist Redner, Blogger und Autor. Neben seiner Tätigkeit als Blogger und Formatentwickler für das Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) an der Universität Witten/Herdecke hat er bereits vor über zwei Jahren damit begonnen, zusammen mit Michael Lindner das Sachbuch „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ zu schreiben, welches im März 2017 zum Buch des Monats erkoren wurde. Das Sachbuch bildet die Basis zu einem eigenen Expertenprogramm als Speaker: „Wissensabenteuer für die digitale Zukunft“. Mehr Infos unter: www.marcusklug.de.

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