Wissensmanagement für Startups: Worauf es ankommt

Seit 2012 steigt die Quote neugegründeter Unternehmen stetig. Dabei steht Berlin an der Spitze und ist auf dem besten Weg, sich zur Start-Up Metropole Europas zu entwickeln. Die Anzahl neugegründeter Unternehmen führt jedoch auch zu einem erhöhten Konkurrenzkampf. Dabei kann die Anwendung von Wissen Erfolg bedeuten. Die Basis dazu bildet Management: Worin bestehen also die Vorteile eines effektiven Wissensmanagements?

Schon der große Managementdenker Peter F. Drucker sah im vergangenen Jahrhundert die Bedeutung von Wissen. Wissensarbeit produktiver zu machen, sei die große Aufgabe dieses Jahrhunderts, so Drucker. Im 21. Jahrhundert sind wird längst im Wissenszeitalter angekommen: Dabei ist das effektive Management von Wissen für die spätere erfolgreiche Anwendung grundlegend.

Über lange Zeit galt ein straff organisiertes und effektives Wissensmanagement eher als Instrument für mittelständische und große Unternehmen. Der Aufwand, der für die Implementierung eines solchen Systems in kleineren StartUps notwendig war, galt als unverhältnismäßig hoch. Dies hat sich mittlerweile grundlegend geändert. Durch den immer härter werdenden Konkurrenzkampf um Marktanteile und Investorengelder müssen sich auch Existenzgründer mit Wissensmanagement beschäftigen.

Die Vorteile eines effektiven Wissensmanagements für StartUps

Auch junge StartUps können von den Möglichkeiten eines modernen Wissensmanagements profitieren. Das gilt vor allem für Unternehmen, die in stark technologisierten Branchen tätig sind. In diesen Bereichen ist es besonders wichtig, den Anschluss an den technologischen Wandel nicht zu verlieren. Auch logistische Tätigkeiten, in denen die Aufgabenbereiche der einzelnen Unternehmensteile und Mitarbeiter voneinander abhängen setzen voraus, dass der Wissensfluss im Unternehmen effektiv gesteuert wird. Wird beispielsweise ein neues Produkt entwickelt und vertrieben, profitiert das StartUp vom Wissensaustausch zwischen der Entwicklungsabteilung und dem Vertrieb. Der Vertrieb kann externes Wissen über Kundenwünsche einholen und an die Entwicklung weitergeben. Umgekehrt kann die Entwicklungsabteilung den Vertrieb mit wertvollen Informationen für den Kunden versorgen.

Weitere Vorteile, die ein professionelles Wissensmanagement gerade auch für kleinere Unternehmen attraktiv machen:

  • Die Implementierungskosten sind in den letzten Jahren vor allem dank cloudbasierter Softwarelösungen wie etwa der Haufe Suite stark gesunken. Solche Programme erfordern heute keine eigene IT- und Netzwerkinfrastruktur mehr.
  • Softwarebasierte Lösungen können über das eigene Unternehmen hinaus für externe Partner und Kunden geöffnet werden. Externes Wissen kann also kostengünstig und effektiv erworben werden.
  • Die Abläufe im Unternehmen werden unabhängiger von einzelnen Positionen oder Personen. Die Folgen von Krankheitsfällen und Mitarbeiterwechseln können durch das zentral verwaltete Wissen abgefangen werden.
  • Unter den Mitarbeitern wächst das Teamgefühl. Die Wichtigkeit der Kooperation für den Unternehmenserfolg wird in den Mittelpunkt gestellt.

Welche Methoden eignen sich zur Implementierung?

Die Umsetzung eines modernen Systems zum Wissensmanagement muss nicht teuer sein. Genau genommen ist dafür nicht einmal eine spezielle Software nötig, auch wenn diese den Prozess des Wissensaustausches natürlich deutlich vereinfacht. Dennoch setzt das moderne Wissensmanagement bereits bei grundlegenden Unternehmensstrategien zur Mitarbeiterentwicklung an:

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  • Bereits regelmäßige Teammeetings können eine effektive Methode für Wissensmanagement sein. Die verschiedenen Abteilungen berichten dort vom Stand ihrer Projekte und tauschen ihr Wissen untereinander aus.
  • Die Weiterbildung von Mitarbeitern erhöht deren individuelles Wissen. Damit das Unternehmen langfristig, etwa auch nach der Verabschiedung des Mitarbeiters in den Ruhestand, von diesem Wissen profitieren kann, sollte es jedoch mit den anderen Mitarbeitern geteilt werden. Dies kann etwa dadurch erreicht werden, dass Weiterbildungen für junge und ältere Mitarbeiter gleichzeitig angeboten werden, oder durch die oben angesprochenen Teammeetings.
  • Eine besonders effektive Methode für erfolgreiches Wissensmanagement ist natürlich die Nutzung einer Softwarelösung. Diese Programme arbeiten heute in der Regel cloudbasiert und benötigen lediglich einen Internetzugang, die Kosten für eigene Server entfallen. Hierbei empfiehlt es sich, auf deutsche Produkte zu setzen, da diese hohen Standards für Datensicherheit genügen müssen.

Der richtige Zeitpunkt

Grundsätzlich kann ein System für Wissensmanagement sowohl bereits bei der Unternehmensgründung als auch nachträglich implementiert werden. Der Vorteil der Einbindung bei der Gründung besteht in der Möglichkeit, das Wissensmanagement als grundlegenden Punkt in der frühen Unternehmensstrategie zu begreifen. Außerdem müssen die Mitarbeiter nicht erst an das neue System gewöhnt werden und eingeübte Arbeitsabläufe anpassen. Darüber hinaus können insbesondere die grundlegenden Methoden wie Mitarbeitermeetings ohne zusätzliche Kosten umgesetzt werden, was gerade für StartUps ein großer Vorteil ist. Natürlich ist es jedoch auch möglich, ein Wissensmanagement nachträglich in das Unternehmen einzuführen, zum Beispiel erkannte Mängel in der Zusammenarbeit einzelner Unternehmensbereiche zu beheben.

Dieser Beitrag wurde von Fiete Hirsch geschrieben und von Marcus Klug leicht überarbeitet.

Marcus Klug

Marcus Klug, geboren 1977, ist Redner, Blogger und Autor. Neben seiner Tätigkeit als Blogger und Formatentwickler für das Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) an der Universität Witten/Herdecke hat er bereits vor über zwei Jahren damit begonnen, zusammen mit Michael Lindner das Sachbuch „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ zu schreiben, welches im März 2017 zum Buch des Monats erkoren wurde. Das Sachbuch bildet die Basis zu einem eigenen Expertenprogramm als Speaker: „Wissensabenteuer für die digitale Zukunft“. Mehr Infos unter: www.marcusklug.de.

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