Warum wir unser Buch im Eigenverlag veröffentlichen

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Self-Publishing gilt häufig noch als zweitrangige Variante gegenüber der traditionellen Veröffentlichung in einem Verlag. Doch auch der Buchmarkt verändert sich durch die Digitalisierung. Für Autoren ist es heute viel einfacher, ihre Bücher professionell selbst zu produzieren und zu verkaufen. Fünf Gründe sprechen für eine Publikation im Eigenverlag.

Vor allem für Autoren, die noch keinen Namen haben, kann die Buchveröffentlichung eine frustrierende Erfahrung sein. Wenn Sie sich an einen traditionellen Verlag wenden, landet Ihr Text auf einem hohen Stapel anderer Manuskripte, mit etwas Glück wird er gelesen, meistens eher überflogen, und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit bekommen Sie eine Absage.

Selbst wenn Sie einen brillanten Stil haben, eine packende Geschichte oder ein fesselndes Sachbuch schreiben, so bleibt doch der klassische Weg zur Veröffentlichung eines Buches für weniger bekannte Autoren nicht selten ein Glücksspiel. Laut Schätzungen liegt Ihre Chance auf eine Veröffentlichung mit einem eingesendeten Manuskript bei 1:40.000. Nüchtern betrachtet wird Ihr Buch auf diesem Weg nicht erscheinen.

Zum Glück ist es inzwischen sehr einfach geworden, ein Buch im Eigenverlag auf den Markt zu bringen und das Self-Publishing hat sich derart professionalisiert, dass es eine echte Alternative zur Veröffentlichung im Verlag geworden ist. Wir werden unser Buch „Morgen weiß ich mehr“ im Eigenverlag herausgeben, es gibt fünf Gründe, die dafür sprechen.

​Du willst als Angestellter oder Selbständiger neben Deiner regulären Arbeit aus Deinem Wissen etwas Außergewöhnliches machen? Noch heute Dein persönliches Abenteuer digitale Zukunft starten? In dem Sachbuch "Morgen weiß ich mehr" von Michael Lindner und Marcus Klug, welches im März 2017 zum "Buch des Monats" erkoren wurde, erfährst Du auf systematische Weise, wie das funktioniert und lernst zahlreiche Menschen und Organisationen kennen, die schon heute digitalen Wandel sehr erfolgreich gestalten!

1. Einfacher Zugang zum Buchmarkt

Der offensichtlichste Grund für ein Buch im Eigenverlag ist sicher der einfache Zugang zum Buchmarkt. Sie brauchen heute keinen Verlag mehr, um ein Buch herauszugeben und zu vermarkten. Klassische Verlage haben wichtige Dienstleistungfunktionen für Autoren. Die Verlage produzieren das Buch, bewerben und vertreiben es — diese Dienstleistungen können Sie heute von anderen Anbietern einkaufen. Dienste wie Tredition, Books on Demand, EPubli oder Amazons Create Space bieten Komplettpakete für die Veröffentlichung Ihres Buchs als gedrucktes Werk oder als E-Book.

Dazu müssen Sie nicht hoffen, irgendwie in ein Verlagsprogramm zu passen oder entdeckt zu werden, Sie können zu einem relativ überschaubaren Preis (s.u.) ihr Buch veröffentlichen. Auch für die graphische Gestaltung und den Vertrieb eines Buches sind Sie nicht mehr auf Verlage angewiesen. Die Self-Publishing-Anbieter haben auch diese Dienstleistungen im Programm, alternativ kaufen Sie sich diese Zusatzleistungen über Crowdsourcing-Plattformen selbst ein. Designer für die graphische Gestaltung Ihres Buchs finden Sie über Crowdsourcingplattformen wie 99Designs, Upwork oder Sie können Grafiken sogar selbst erstellen. Für die Textarbeit finden Sie heute freie Lektoren, die Ihr Manuskript redigieren. Genauso brauchen Sie keinen Verlag mehr, um Zugang zum Buchmarkt zu bekommen. Mit Amazon gibt es eine gigantische Vertriebsplattform für Bücher, Anbieter wie Nookpress arbeiten mit dem klassischen Buchhandel zusammen, auch für den englischsprachigen Markt gibt es Self-Publishing Anbieter, die Ihnen den Zugang erleichtern.

2. Professionelle Umsetzung

Der zweite Grund für ein Buch im Eigenverlag ist die einfache und professionelle Umsetzung des Eigenverlags. Viele Bücher, die im Self-Publishing erschienen sind, stehen einem „normalen“ Buch in nichts nach: Texte und Bilder sind professionell gestaltet und auch die optische Gestaltung ist häufig ansprechend. In vielen Erfahrungsberichten über das Self-Publishing, hier über Tredition und hier über BooksOnDemand, wird die relativ unkomplizierte Umsetzung gelobt. Sie müssen sich bei einer Veröffentlichung im Eigenverlag natürlich etwas in die Materie der Buchproduktion einarbeiten. Die Entscheidungen über Typographie und Design nimmt Ihnen kein Verlag mehr ab. Die Self-Publishing Anbieter unterstützen Sie bei dieser Arbeit und am Ende haben Sie ein Produkt in der Hand, das wie ein klassischen Buch aussieht. Zur professionellen Umsetzung gehört auch das bibliographische Drumherum: ISDN, Eintrag in die Nationalbibliothek sind laut dieser Erfahrung mit Create Space einfach umsetzbar.

3. Transparente und geringe Kosten

Die Kosten beim Buch im Eigenverlag fallen sehr gering aus. Um bei klassischen Verlagen überhaupt eine Chance zu haben, muss man in der Regel einen Literaturagenten beauftragen, was wiederum Kosten bedeutet. Manchmal verlangen Verlage von den Autoren einen „Druckkostenvorschuss“, damit sie ein Manuskript veröffentlichen. Diese Praxis gilt zwar als unseriös, scheint aber nicht ganz selten zu sein.

Dagegen sind die Kosten für eine Veröffentlichung im Selbstverlag sehr überschaubar und transparent. Sie bezahlen ungefähr zwischen 150 bis 350 Euro für ein einfaches Paket bei einem Self-Publishing-Verlag. Für diesen Preis bekommen Sie bestimmte Dienstleistungen und können schon ein Buch professionell herausgeben. So unterstützt etwa Tredition den Vertrieb des Buches, bietet gegen einen Aufpreis eine grafische Gestaltung an und stellt das Buch auf Amazon oder Libri ein.

Bei Books on Demand können Sie das Lektorat, das Design und eine richtige Kampagne für die Vermarktung dazu kaufen. Die Kosten sind relativ überschaubar, mit den Standardpaketen haben Sie Kosten von ein paar Hundert Euro, wenn Sie alle Möglichkeiten ausreizen, dann liegen Sie über 1.000 Euro. Für eine professionelle Veröffentlichung ist das ein sehr guter Preis und es ist sehr transparent, wofür Sie bezahlen. Self-Publishing-Anbieter verstehen sich stärker als Dienstleister, die Ihnen ein Servicepaket verkaufen. Sie bekommen bestimmte Dienstleistungen rund um Ihre Veröffentlichung angeboten und können wählen, was Sie haben wollen und was nicht.

4. Größerer Gestaltungsspielraum

Eine Veröffentlichung im Eigenverlag bietet Ihnen einen viel größeren Gestaltungsspielraum. Das beginnt schon damit, wie Sie Ihr Buch schreiben. In einem klassischen Verlag ist ein thematisches Programm üblich. Sie müssen sich mit Ihrem Buch nach einem Verlagsprogramm richten und ihren Text gegebenenfalls umschreiben. Bei der Veröffentlichung im Eigenverlag fällt diese Beschränkung weg, Sie können das schreiben, was Sie für richtig und wichtig halten.

Auch bei der Vermarktung haben Sie einen größeren Gestaltungsspielraum als bei einer Veröffentlichung im Eigenverlag. Sie entscheiden, wo ihr Buch erscheint, wie es beworben wird und wie es mit zukünftigen Auflagen aussieht. Sie können Werbung auch selbst gestalten und Sie können Ihr Buch einfacher vermarkten und weiterverwerten. Wenn Sie beispielsweise eine zweite Auflage wollen, ein Ergänzungsbuch, dann ist das mit einem Self-Publishing-Anbieter ohne Probleme umsetzbar. Inhaltlich und bei der Vermarktung haben Sie mit Self-Publishing die Konditionen stärker in der Hand, als wenn Sie sich auf einen Verlag einlassen.

5. Höhere Vergütung

Last but not least spielt natürlich auch die Vergütung eine wichtige Rolle. Auch wenn wir, wie viele Sachbuchautoren, mit unserem Buch vor allem bekannter werden wollen, ist für uns eine gute Marge beim Verkauf wichtig und auch hier hat das Self-Publishing eindeutige Vorteile. Während die Margen bei einer klassischen Veröffentlichung bei ungefähr 5% der Verkaufspreises liegen, können Sie im Eigenverlag pro verkauftem Exemplar sehr viel mehr verdienen.

Bei vielen Self-Publishing-Anbietern bestimmen Sie den Verkaufspreis selbst und haben damit Einfluss auf Ihren Erlös. Auch die Margen für Autoren liegen deutlich höher als im klassischen Verlagswesen. Der Verdienst pro Buch liegt im Eigenverlag bei 30% bis 70% für Autoren, was diese Art der Veröffentlichung sehr attraktiv macht.

Wenn Sie ein Buch zu einem Preis von 15 Euro im klassischen Buchhandel verkaufen, dann bekommen Sie, bei einer geschätzten Marge von 5%, nur 0,75 Euro pro verkauften Exemplar, bei 1.000 abgesetzten Exemplaren kämen Sie auf magerer 750 Euro.

Diese Rechnung sieht ganz anders aus, wenn Sie eine geschätzte Marge von 30% im Eigenverlag haben. Auch wenn Sie nicht die Marktmacht eines Verlags haben und weniger Bücher verkaufen, kämen Sie in diesem Beispiel bei einem Preis von 15 Euro bereits auf 4,5 Euro pro verkauften Exemplar, damit wären Sie bei 500 verkauften Exemplaren schon bei einem Erlös von 2.250 Euro.

Fazit: Es gibt also viele gute Gründe, ein Buch im Eigenverlag zu veröffentlichen. Sie müssen zwar mehr Aufwand für die Gestaltung und das Lektorat investieren und einiges selbst organisieren. Mit den professionellen Self-Publishing-Anbietern gibt es jedoch Dienstleister, die Ihnen die Buchveröffentlichung erleichtern und Ihnen dabei viel Gestaltungsspielraum lassen. Wenn Sie nicht den Namen oder die Marktmacht eines klassischen Verlages für Ihr Buch brauchen, dann ist Self-Publishing eine sinnvolle und professionelle Möglichkeit, ihr Buch auf den Markt zu bringen.

Michael Lindner

Dr. Michael Lindner ist Dozent für die Themen Selbstmanagement, Informationsmanagement und Wirtschaftsethik und Corporate Social Responsibility. Er gibt Workshops und Seminare und unterstützt Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen in Fragen der Selbstorganisation und dem effizienten Umgang mit dem Web 2.0. Treten Sie mit Michael Lindner in Kontakt. Sie interessieren sich für einzelne Seminarangebote? Hier geht es zu den Seminarangeboten. →

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