Nach der Enttarnung von Tor-Nutzern: So können Sie Ihre Anonymität im Internet schützen

N900 Tor | Foto: Brendangates | Quelle: flickr.comEine kleine Eruption ging diese Woche durch die Netzwelt. Das Tornetzwerk, mit dem anonymes Surfen möglich ist und das bis jetzt von Geheimdiensten und der NSA nicht überwacht werden konnte, scheint geknackt worden zu sein. Mehrere Server des Netzwerks wurden anscheinend von der NSA lahmgelegt. Ist damit Anonymität im Netz endgültig Geschichte?

Eigentlich lief es für Tor in den letzten Monaten sehr gut, das Netzwerk ist mit der NSA-Affäre aus der Ecke für Computerspezialisten herausgekommen und wurde in der Öffentlichkeit bekannter. Zum einen lag das an den Enthüllungen von Edward Snowden, aus denen auch hervorging, dass neben der Überwachung durch die NSA Tor weiterhin als anonymes Netzwerk funktionierte. Zwar versuchten amerikanische und englische Nachrichtendienste seit längerem Zugang zu Tor und den Nutzern des Netzwerks zu bekommen (The Guardian: NSA and GCHQ target Tor network that protects anonymity of web users), diese Versuche waren aber bis 2013 noch nicht erfolgreich (Infoworld: NSA has little success cracking Tor). Damit war Tor ein glaubwürdiger Dienst für anonymes Surfen. Denn in den letzten Jahren hat die Entwicklercommunity die Nutzungshürden für Tor stark abgebaut. Der „Privacy Dongle“ ist ein USB-Stick, mit dem Sie ohne große Vorkenntnisse ihr Surfverhalten im Internet verschlüsseln können (Tor Privacy Dongle); auch eine engere Integration mit dem Firefoxbrowser war anscheinend angedacht, in Zukunft soll Tor enger in den Firefoxbrowser integriert werden (Spiegel: Polaris Mozilla unterstützt das Netzwerk Tor).

Nutzer des Tor-Netzwerks wurden enttarnt

Die sichere Anonymisierung mit Tor scheint seit kurzen vorbei zu sein. In einer Operation mit dem Namen „Onymous“ ist es dem FBI gelungen mehrere Personen des Netzwerke zu deanonymisieren und in der Folge 17 Personen festnehmen, die Tor für illegale Aktivitäten nutzen (Golem: Großrazzia bei illegalen Handelsplattformen). Bis jetzt rätseln die Entwickler von Tor selbst, wie die Ermittler das Netzwerk knacken konnten. Die Schwachstelle kann durch eine falsche Konfiguration entstanden sein, über Bitcoins, die als Währung im sogenannten Darknet eingesetzt werden oder, das wäre der schlimmste Fall, über eine Schwachstelle im Tor selbst (Spiegel: Anonymes Internet: Tor-Betreiber warnen vor eigener Software).

Was bedeutet das für Nutzer, die einfach größeren Wert auf Anonymität legen und unerkannt im Internet surfen wollen? Einige Alternativen zu Tor gibt es nach wie vor, wem der Dienst zu unsicher erscheint, hat noch die Möglichkeiten, sogenannte Virtual Private Networks zu nutzen. Diese haben bis vor kurzen noch den Ruf weg, kompliziert in der Einrichtung zu sein. Mit einem sogenannten Virtual Private Network können Daten über einen Betreiber des Netzwerks anonym im Internet ausgetauscht werden (Virtual Private Network).

Mit ZenMate anonym im Internet surfen

Bis vor kurzen mussten Sie noch einen Betreiber suchen und ein Netzwerk meist händisch einrichten, inzwischen gibt es Add-Ons, mit denen Sie ein VPR sehr einfach nutzen können. Am bekanntesten ist wahrschein ZenMate, ein AddOn, ursprünglich für den Chromebrowser entwickelt und inzwischen gibt es auch Versionen für andere Browser.

​Du willst als Angestellter oder Selbständiger neben Deiner regulären Arbeit aus Deinem Wissen etwas Außergewöhnliches machen? Noch heute Dein persönliches Abenteuer digitale Zukunft starten? In dem Sachbuch "Morgen weiß ich mehr" von Michael Lindner und Marcus Klug, welches im März 2017 zum "Buch des Monats" erkoren wurde, erfährst Du auf systematische Weise, wie das funktioniert und lernst zahlreiche Menschen und Organisationen kennen, die schon heute digitalen Wandel sehr erfolgreich gestalten!

Mit ZenMate können Sie buchstäblich in 30 Sekunden eine sichere und verschlüsselte Internetverbindung aufbauen. Sie müssen nur das AddOn von der Homepage installieren und können mit einem Klick Ihren Internetverkehr verschlüsselt über ein VP-Netzwerk mit Servern in Deutschland und Europa senden. Sie merken eigentlich nur an der geringeren Geschwindigkeit, dass Sie eine verschlüsselte Verbindung nutzen, ein kleines grünes Schild zeigt Ihnen den aktuellen Status an und Sie können durch einen Klick auf das Icon die Server des Netzwerks wechseln.

Unkomplizierter geht es wirklich nicht! Auch wenn auch ein VPN keine hundertprozentige Sicherheit garantieren kann und Sie den Betreibern des Dienstes vertrauen müssen, gibt es also weiterhin verschiedene Möglichkeiten, anonym zu surfen.

Michael Lindner

Dr. Michael Lindner ist Dozent für die Themen Selbstmanagement, Informationsmanagement und Wirtschaftsethik und Corporate Social Responsibility. Er gibt Workshops und Seminare und unterstützt Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen in Fragen der Selbstorganisation und dem effizienten Umgang mit dem Web 2.0. Treten Sie mit Michael Lindner in Kontakt. Sie interessieren sich für einzelne Seminarangebote? Hier geht es zu den Seminarangeboten. →

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.