Der InoReader: RSS-Reader mit vielen Zusatzfunktionen

Das Einstellen des Google-Readers im letzten Jahr bedeutete eine Umstellung für viele Nutzer des Internets, vor allem regelmäßige Blogleser mussten sich plötzlich ein neues Tool für die tägliche Nachrichtendosis suchen. Inzwischen gibt es viele verschiedene RSS-Reader, als Ersatz für den Google-Reader, der klare Gewinner scheint dabei der Feedly zu sein. Heute möchte ich eine weitere Alternative vorstellen, den Inoreader, der bereits in der kostenlosen Version eine direkte Einbindung von Evernote und viele praktische Zusatzfunktionen bietet.

In der Standardansicht unterscheidet sich der Ino-Reader nicht von vielen anderen RSS-Readern. In der linken Spalte können Sie Ihre Abonnements verwalten, im rechten Fenster erscheinen dann die neuen Artikel. Sie können also verschiedene Quellen, die Sie regelmäßig lesen mit dem Reader abonnieren. Blogs, Zeitungen und andere Medien, die regelmäßig aktualisiert werden, können Sie also in einer praktischen Übersicht lesen. Die Ansicht des Reader lässt sich leicht anpassen, in der kostenlosen Version können Sie verschiedene Themen wählen und sich Ihre Artikel unterschiedlich ausführlich anzeigen lassen. Sie können dabei zwischen einer minimalistischen Liste, einer Liste mit Bild und Vorschautext oder einer Kartenansicht wählen. Die Sprachen lassen sich leicht mit den Einstellungen anpassen, neben Deutsch können Sie weitere europäische Sprachen einstellen. Natürlich bietet der Inoreader auch ein App an, mit dem Sie Artikel auf dem Smartphone lesen können. Für die gängigen Browser gibt es eine Integration, mit der Sie sich die Anzahl der ungelesenen Artikel in der Menüleiste anzeigen lassen können.

Die Einstellungen des InoReaders / Quelle: Screenshot / Autor: Michael Lindner

Speicherungstools im Inoreader.

Sehr gelungen ist die Integration weiterer Webdienste, Sie können im Inoreader sehr einfach verschiedene Speicherdienste einbinden. In der Basisversion haben Sie die Möglichkeit, ihren Account mit Evernote, Pocket, Instapaper und Readability zu verbinden, mit einem Mausklick können sie dann interessante Artikel in diesen vier Speicherdienste ablegen. Vor allem die Integration von Evernote ist ein großer Vorteil gegenüber Feedly, das diesen Dienst erst in der Pro-Version anbietet. Der Evernotebutton im Inoreader bietet sogar noch die Möglichkeit, Artikel direkt in verschiedene Ordner abzulegen und Schlagwörter zu vergeben. Genauso praktisch wie die Speicherung ist die Verknüpfung mit sozialen Netzwerken gestaltet.

Neben Twitter, Google+ und Facebook lassen sich auch (in Deutschland) weniger verbreitete Netzwerke wie Weibo oder Diaspora über den Inoreader ansteuern. Wenn Sie Ihr soziales Netzwerk oder Netzwerktool mit dem Reader verknüpft haben, können Sie mit einem Klick einen Artikel auf dem Netzwerk kommentieren und posten. Auf diese Weise können Sie Ihre Lieblingsartikel sehr praktisch direkt aus dem Reader über soziale Netzwerke verbreiten. Über ein kleines Globussymbol direkt neben jedem Eintrag laden Sie den Artikel in einer eingebetteten Ansicht in der originalen Webversion, damit können Sie den gesamten Artikel einfacher lesen und kommentieren, ohne zwischen verschiedenen Fenstern oder Tabs springen zu müssen.

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Insgesamt bietet der Inoreader bereits in der kostenlosen Basisversion neben den Standardmerkmalen eines RSS-Readers eine sehr gute Benutzerführung und viele Möglichkeiten, Artikel zu speichern und zu verbreiten, die andere RSS-Reader erst in einer kostenpflichtigen Version anbieten.

Sehr praktisch bei dem Ino-Reader ist auch die Möglichkeit, sogenannte Regeln für Artikel anzulegen. Mit den Regeln können Sie festlegen, was mit Artikeln passieren soll, in denen ein bestimmtes Schlagwort vorkommt. Sie können beispielsweise festlegen, Artikel mit einem bestimmten Begriff im Titel, sagen wir „Facebook“, automatisch auf einem Webdienst abzuspeichern, als Favoriten hervorzuheben oder mit einem bestimmten Schlagwort zu versehen. Regeln können Sie über die Einstellungen definieren und Sie sind als einfache „Wenn-Dann“ Aussagen gestaltet. Wenn Sie also die neusten Artikel zum Thema Facebook speichern wollen, können Sie beispielsweise festlegen, dass alle neuen Artikel in Ihrem Stream, die den Begriff „Facebook“ im Titel enthalten automatisch das Schlagwort „Facebook“ zuordnen bekommen und in Evernote abspeichert werden. Mit dieser Funktion können Sie ohne großen Aufwand neuste Informationen zu einem Thema zu sammeln, in der kostenlosen Version sind Sie bei dieser Funktion auf eine Regel beschränkt.

Mit der Plus-Version, für $ 2,99 Dollar pro Monat, können Sie die Anzahl der Regeln auf 20 erhöhen. In dieser Version erhöht sich die Anzahl der ungelesenen Feeds auf 10000 und Sie erhalten noch weitere Zusatzfunktionen. Wenn Sie $4,99 Dollar pro Monat für die Profiversion bezahlen, können Sie sogar eine unbegrenzte Anzahl von Regeln aufstellen, Ihr Adressbuch aus Google-Mail einbinden und eine unbegrenzt Anzahl von Artikeln im PDF-Format herunterladen. Insgesamt ist der Inoreader ein minimalistischer aber mächtiger RSS-Reader, der mit seinem großen Funktionsumfang für viele Nutzer bereits in der Basisversion ausreichend sein müsste. Vor allen, wenn Sie regelmäßig Blogs oder Zeitungen im Internet lesen und Artikel auch gerne teilen und speichern, können Sie mit dem Inoreader Ihre täglichen Informationsquellen effizienter lesen, auswerten und weiterverwenden.

Michael Lindner

Dr. Michael Lindner ist Dozent für die Themen Selbstmanagement, Informationsmanagement und Wirtschaftsethik und Corporate Social Responsibility. Er gibt Workshops und Seminare und unterstützt Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen in Fragen der Selbstorganisation und dem effizienten Umgang mit dem Web 2.0. Treten Sie mit Michael Lindner in Kontakt. Sie interessieren sich für einzelne Seminarangebote? Hier geht es zu den Seminarangeboten. →

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