Abenteuer Digitale Zukunft 04: Führen mit Scrum

„Wir merken im Übergang zum digitalen Zeitalter“, so Boris Gloger (zählt weltweit zu den Pionieren und Innovatoren von Scrum), „dass nicht gelernt wurde, Verantwortung zu übernehmen.“ In der vierten Episode der neuen Podcast-Serie „Abenteuer Digitale Zukunft“ beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir in Bildung und Arbeit zu neuen Gewohnheiten in der Organisation gelangen, die für mehr Verantwortung stehen. Scrum ist eine davon. Im Interview verrät Boris Gloger, was „Führen mit Scrum“ bedeutet.

In der vierten Episode von „Abenteuer Digitale Zukunft“ geht es um Organisationsgewohnheiten zweiter Ordnung. Wenn Selbstorganisation im Übergang zum digitalen Zeitalter zunehmend wichtiger wird, stellt sich die Frage, wie wir unsere Gewohnheiten dahingehend verändern, dass wir mehr Verantwortung für unser Tun übernehmen und weniger nach „Rezepten“ arbeiten.

Das bedeutet, dass wir auf der ersten Ebene davon ausgehen, dass uns jemand sagt, wie wir etwas zu tun haben, während wir auf der zweiten Ebene selber entscheiden, wie wir ein bestimmtes Ziel erreichen. In Unternehmen sprechen wir von Mitarbeitern, die nach Instruktionen arbeiten und von Mitarbeitern, die eigenverantwortlich im Team arbeiten. Oder wir sprechen in Schulen von jungen Menschen, die nicht mehr nur nach der Vorgabe von Lehrern handeln, sondern zunehmend mehr die Verantwortung für ihr Lernen übernehmen.

Damit wären wir im Bereich teilautonomer Verantwortung angelangt. Eine Methode bzw. ein Framework, in dem teilautonomes Arbeiten die Basis bildet, ist Scrum. Dieses Vorgehensmodell wurde ursprünglich in der Softwaretechnik entwickelt, ist aber mittlerweile davon unabhängig.

Die Idee dahinter: Bereits in den 1990iger-Jahren war die Softwareentwicklung von traditionellen Managementmethoden geprägt, die aber der Komplexität der Softwareproduktentwicklung durch Projekthierarchien, Kontrollmechanismen und langfristige Planung nicht mehr gerecht worden. Also setzte man stattdessen auf flachere Hierarchien, weniger Kontrolle, mehr Eigenverantwortung und kurzfristigere Planungszyklen.

Heute gilt dieses Prinzip beinahe für alle Branchen, die versuchen, auf die komplexen Herausforderungen des digitalen Zeitalters zu reagieren. „Führen mit Scrum“ bedeutet daher in Arbeit und Bildung, mehr Selbstorganisation zuzulassen und den Weg für Organisationsgewohnheiten zweiter Ordnung zu ebnen.

„Führen mit Scrum“ ist auch das Thema von Boris Gloger, der in dieser Sendung interviewt wird. Gloger zählt weltweit zu den Pionieren und Innovatoren von Scrum. In den „Medientipps zum Wandel“ wird in dieser Sendung darüber hinaus das Buch „Selbstorganisation braucht Führung“, das Gloger zusammen mit Dieter Rösner geschrieben hat, näher vorgestellt. Außerdem wird dieses Prinzip auf den Bildungsbereich am Beispiel von Schulen bezogen, die sich auf den digitalen Wandel einstellen. Das Buch dazu: „Schulen im Aufbruch – Eine Anstiftung“ von Magret Rasfeld und Stephan Breidenbach.

Diese neue Serie wird unter der Creative Commons-Lizenz 4.0 veröffentlicht: Nicht-kommerziell ‒ Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Einzelne Sounds und Geräusche stammen von dem Designer Jochen Kronenberg.

Ich brauche natürlich nicht zu sagen, dass ich mich über eine gute Bewertung bei iTunes freue. Ups, jetzt habe ich es doch gesagt.

Shownotes:

Die Sendung auf iTunes und Stitcher:

Marcus Klug

Marcus Klug ist als Speaker und Future Work Coach unterwegs. ​Er unterstützt Menschen und Organisationen, im Übergang zum digitalen Zeitalter auf intelligentere Weise zu lernen und zu arbeiten. Dazu hat er auch zusammen mit Michael Lindner das Sachbuch „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ geschrieben, welches im März 2017 zum Buch des Monats erkoren wurde. Mehr Infos unter: www.marcusklug.de.

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